Blick auf den Oberen Schlosshof der Festung Ehrenbreitstein

#SchlossGenuss in Ehrenbreitstein: Kunst, Geschichte und Wein

Hallo zusammen! Kunst und Genuss gehören für mich einfach zusammen. Deshalb werdet Ihr künftig auf meinem Blog immer wieder Tipps lesen, wie Ihr beides besonders gut miteinander vereinbaren könnt. Es erwarten Euch zum Beispiel Berichte über schöne Museumscafés oder lohnende Kunst-Ausflugsziele. Die erste Folge führt zur Festung Ehrenbreitstein am Deutschen Eck in Koblenz. Dort erwartet Euch neben viel Geschichte auch Kunst – vor allem Fotografie – und ein Restaurant mit Top-Aussicht. 

Militärischer Drill und karge Kasernen-Kost waren einmal. Heute bietet die Festung Ehrenbreitstein nicht nur einen wunderbaren Ausblick über Koblenz und das Deutsche Eck, über den Rhein bis in den Hunsrück und die Eifel. Die Aussicht lässt sich auch noch bei einem kühlen Bier oder Pfälzer Weißwein genießen. Zunächst muss man sich allerdings durch die Befestigungsanlagen bis in den Oberen Schlosshof vorarbeiten. Langweilig wird das nicht, denn das riesige Gelände ist geradezu mit Ausstellungen und Museen gepflastert.

 

Ausblick von der Festung auf das Deutsche Eck und Koblenz
Ausblick auf das Deutsche Eck und Koblenz

Weg durch die Festung

Zunächst einmal ist Orientierung gefragt. Ich habe die Überblicks-Karte studiert, die jeder Besucher am Eingang erhält – und dann die zahlreichen Ausstellungsangebote. Ohne Plan ist man da verloren. Wer sich für die Geschichte der Festung interessiert, ist bei einer Führung gut aufgehoben. Die gibt es aber nur zu bestimmten Uhrzeiten. (Am besten vorab die Internet-Seite checken!) Als ich kam, war es für die einzige Führung um 11 Uhr bereits zu spät. Aber kein Problem: Ich wollte mich ja ohnehin auf die Ausstellungen konzentrieren. Und mit Hilfe des Audio-Guides fand ich meinen Weg durch das Gelände und erfuhr außerdem das Wichtigste über die einzelnen Gebäude.

In der Festung

Ausstellungen hinter Festungs-Mauern

Doch jetzt zu den Ausstellungen: In den alten Festungsgemäuern sind unter anderem das Landesmuseum Koblenz mit einer technisch-historischen Sammlung und das Haus der Archäologie mit Funden aus der Mittelrhein-Region untergebracht. Außerdem gibt es zahlreiche Wechselausstellungen, darunter spezielle Kinder-Ausstellungen und einen Hands-on-Bereich für Kinder. Da es ohnehin kaum möglich ist, bei einem einzigen Besuch alle Ausstellungen zu besuchen, habe ich mich zunächst einmal auf das Haus der Fotografie konzentriert. Dort ist die Landessammlung zur Geschichte der Fotografie untergebracht.

Haus der Fotografie auf der Festung Ehrenbreitstein
Haus der Fotografie

Fotografie zwischen Rhein und Mosel

Die Landessammlung umfasst unter anderem eine Sammlung aus dem Werk des Bingener Fotografen Jakob Hilsdorf (1872-1916). Obwohl er in der Provinz lebte, war er als Porträt-Fotograf der Prominenz gefragt. Ferner sind Werke aus der Frühzeit der Fotografie von Charles Marville, Cundall & Fleming, Hermann Emden, Theodor Creifelds, Franz Michiels und Francis Frith sowie Daguerro-, Ambro- und Ferrotypien Teil der Landessammlung. Aus dem 20. Jahrhundert sind unter anderem auch Arbeiten von August Sander und Nicola Perscheid, aus der Nachkriegszeit die beiden „fotoform“-Mitbegründer Toni Schneiders und Wolfgang Reisewitz sowie Robert Häusser und Max Jacoby vertreten. „fotoform“ war eine avantgardistische Fotografen-Gruppe, die 1949 gegründet wurde. Die Mitglieder experimentierten mit neuen Gestaltungsmöglichkeiten der Fotografie, die unter den Nationalsozialisten verdrängt worden waren. Leider ist – unter anderem aus konservatorischen Gründen – immer nur ein kleiner Teil der Landessammlung ausgestellt.

 

Schwarz-Weiß-Fotos der Fotografengruppe fotoform
Arbeiten der Fotografengruppe fotoform

Ständiger Wechsel

Hinzu kommen jedoch Wechselausstellungen zur Fotografie. Bei meinem Besuch wurde gerade ein studentisches Projekt zur analogen Fotografie vorgestellt. Außerdem gab es eine Schau der Frankfurter Fotografin Ruth Marcus unter dem Titel „Männer und ihre Tiere“. Die Qualität der Fotos stimmte – nur war das ehrlich gesagt ein Thema, das mich nicht angesprochen hat. Allerdings wechseln die Ausstellungen regelmäßig. Ab dem 18. Mai sind zum Beispiel die Arbeiten der beiden Preisträger des Dr. Berthold Roland-Fotokunstpreises zu sehen. Er ging in diesem Jahr an die beiden jungen Fotografen Kristina Lenz und Florian Glaubitz. Und ab dem 22. Juni werden die Arbeiten eines Nachwuchs-Förderprojekts für junge Fotografen präsentiert. Ein anderes Thema, aber auch interessant: Ab dem 13. Juni ist auf der Festung eine Ausstellung zum 200. Geburtstag des Genossenschafts-Erfinders Friedrich Wilhelm Raiffeisen zu sehen.

Wein und Kunst

Nach einem Rundgang durch die Festung und die Foto-Ausstellungen war ich noch gespannt auf das „Haus des Genusses“. Hier werden typische Produkte aus Rheinland-Pfalz – zum Teil künstlerisch – in Szene gesetzt. Im Mittelpunkt steht aber der Wein mit seiner 2000jährigen Geschichte in den rheinland-pfälzischen Anbaugebieten. Eine kleine Vinothek lädt dann zur Weinprobe. Ich probierte einen Rotwein von der Ahr sowie einen kühlen Pfälzer Weißwein und einen Gewürz-Traminer – alle sehr süffig. Ab dem 21. Juni sind dort übrigens auch die malerischen Inszenierungen der Künstlerin AndyMo zu rheinland-pfälzischen Lebensmitteln zu sehen.

Bild mit Früchten und Produkte aus Rheinland-Pfalz
Kunst und Genuss

Restaurant mit Aussicht

Beim Weg durch die Festungsanlage kommen schon so einige Kilometer zusammen. Dann kommt ein Einkehrschwung im Restaurant Casino oder im dazu gehörigen Biergarten im Oberen Schlosshof gerade recht. Bei schönem Wetter kann man draußen sitzen und bei einem Kaffee oder bei Weinen von Rhein und Mosel aufs Deutsche Eck blicken, wo die beiden Flüsse zusammenfinden. Übrigens habe ich festgestellt, dass es auch immer wieder interessante Konzerte und Partys auf der Festung gibt. Leider ist die offizielle Internet-Seite der Festung da ziemlich lückenhaft und auch nicht besonders übersichtlich. Es gibt wesentlich mehr Events als die dort verzeichneten. So zum Beispiel zu „Rhein in Flammen“ vom 10. bis 12. August. oder das Welt-Musik-Festival „Horizonte“ vom 20. bis 22. Juli.

Restaurant Casino auf der Festung Ehrenbreitstein
Restaurant Casino, Festung Ehrenbreitstein

Kurze Geschichte der Festung

Wer sich jetzt beim Lesen die berechtigte Frage stellt, was denn das bitte schön für eine Festung ist, hier noch schnell die Geschichte in Kürze: Also, das Hochplateau gegenüber dem Zusammenfluss von Rhein und Mosel war seit der Zeit der Kelten immer wieder mit militärischen Festungsanlagen bebaut. Nachdem eine barocke Anlage 1801 von den Franzosen zerstört worden war, beschlossen die Preußen, dort einen ganz dicken Pflock einzuschlagen. Bis 1828 wurde elf Jahre lang an der noch heute bestehenden Anlage gebaut, die dann als uneinnehmbar galt. Die Festung wurde bis zum Zweiten Weltkrieg immer wieder militärisch genutzt. Nach Ende des Krieges ging sie in den Besitz des Landes Rheinland-Pfalz über. Heute ist sie Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Mit diesem Blog-Beitrag nehme ich übrigens an der Blogparade #SchlossGenuss teil. Dort findet Ihr weitere Ausflugs-Tipps von Blogger-Kolleginnen.

13 Gedanken zu „#SchlossGenuss in Ehrenbreitstein: Kunst, Geschichte und Wein“

  1. Vielen Dank für den sehr angenehm zu lesenden Text mit praktischen Tipps rund um das Wohlbefinden des Besuchers und um die Erhöhung des Schloss-Genusses! Da muss ich auf jeden Fall mal hinfahren.
    Viele Grüße aus Stuttgart!
    Iris von ArtTwo (www.arttwo.de)

  2. Ganz herzlichen Dank für den ausführlichen Artikel zur Festung Ehrenbreitstein. Man bekommt wirklich Lust, sofort hinzufahren. Der Artikel liest sich nicht nur sehr schön, er bringt auch deutlich die Vielfältigkeit und die besonderen Reize der Festung zum Ausdruck. Ein super Ausflugstipp für die anstehenden freien Tage.

    Herzliche Grüße von
    Andrea und dem Team von „Zu Tisch! Genießen in Schlössern und Gärten“

    1. Sehr gerne. Ich hatte wirklich einen wundervollen Tag bei Traum-Wetter auf der Festung – und habe damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Einen neuen, informativen Blog-Beitrag für meine KUNST-SCHAU, einen Beitrag für die Blog-Parade und einen schönen Ausflug. Was will man mehr?

      1. Na ja, wir könnten uns noch mehr so schöne Beiträge zu #SchlossGenuss auf KUNST-SCHAU vorstellen, jetzt wo so viele Feiertage kommen. Aber wir wollen ja nicht unbescheiden sein und freuen uns, dass uns dieser geschenkt wurde…

  3. Liebe Claudia,

    merci beaucoup für diesen klasse Beitrag zur Blogparade #SchlossGenuss!

    Ich kann dir absolut nachvollziehen, dass zur Kunst für dich der Genuss hinzugehört. Ergeht mir nicht anders, wenn ich Schlösser besuche. Als ich vor zwei Jahren meine Blogstruktur überarbeitete hatte ich mir lange Gedanken dazu gemacht, wie ich meinen Zugang zu Kunst und Kultur im Blog benennen soll. Am Ende kam „Kultur erleben“ mit der Unterkategorie „Kulturgenuss“ heraus. So treffend.

    Ich finde es super, dass wir dich animieren konnten, die Festung Ehrenbreitstein als Auftakt deiner neuen Serie zu nehmen. Ich mag die Art und Weise, wie du locker flockig Fundiertes mit persönlicher Note versiehst und stimme da Iris vollkommen zu!

    Ich wünsche dir einen schönes, verlängertes Wochenende!

    Herzlich,
    Tanja von KULTUR – MUSEUM – TALK

      1. Ja, das Thema Schlösser ist unerschöpflich. Ich hätte da noch Stoff für etliche Blog-Beiträge und könnte gleich eine ganze Serie daraus machen. Allein die Zeit reicht nicht dafür. Denn leider muss ich neben der Bloggerei auch mal meinem journalistischen Broterwerb nachgehen 😉

        1. Das ist mehr als verständlich, aber sehr schade. Wir nehmen allerdings auch über die Blogparade hinaus Artikel an, wenn es nicht anders geht.

          Auf alle Fälle lieben Dank! Wir bleiben in Verbindung.

  4. Hallo Claudia,
    Ehrenbreitstein fasziniert und begeistert mich auch immer wieder und es gibt wirklich viel zu entdecken hier.
    Kleiner Tipp übrigens: Es gibt tatsächlich auch einen „Ehrenbreitsteiner“-Wein. Eine Rebsorte, die durchaus nicht ungewollt nach der Feste benannt wurde, allerdings sehr selten ist.

    Herzliche Grüße
    Anja

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